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Adoniram Judson ist in Myanmar bekannt und respektiert als ein hingegebener Diener Gottes, dessen Opfer und Leiden den Weg für ein enormes Vordringen des Evangeliums ebneten. Judsons überragender Beitrag während seiner 38 Jahre im Land war die Übersetzung der gesamten Bibel ins Burmesische. Als begabter Linguist schrieb er außerdem Wörterbücher und ein Grammatikbuch und bildete viele Einheimische als Übersetzer aus. Er leitete die Mission unter den Bamar, den Mon und den Karen ein. 100 Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1950, zählte die Kirche in Myanmar um die 200 000 Christen. Heute sind etwa 4 Millionen oder 8% der Bevölkerung Christen.
Der in Massachusetts geborene Judson war ein glänzender Schüler. Als junger Mann zeigte er wenig Interesse am Evangelium. Doch als der Bewohner des Nachbarzimmers über Nacht starb, erkannte er, dass er Rettung brauchte. Nach seiner Ausbildung am Andover Seminar spürte Adoniram den Ruf, Missionar zu werden. Als er einige Jahre später Kalkutta erreichte, trafen er und seine Frau mit dem englischen Missionar William Carey zusammen. Doch die britischen Behörden verboten Judsons den Aufenthalt im Land, weil sie Unruhen unter der einheimischen Bevölkerung fürchteten.
Endlich erreichten die Judsons 1813 Rangoon (Yangon). Die damals schmuddelige und elende, von Epidemien wie Cholera und tropischen Krankheiten heimgesuchte Slumstadt wurde vom Buddhismus beherrscht. Erst nach sechs Jahren konnte Judson für seinen ersten Bekehrten danken. Die von ihm beim König angestrebte Genehmigung für seine Arbeit wurde ihm nie gewährt. Stattdessen hatten die Christen unter Opposition zu leiden. Die Briten drangen zu der Zeit in das Innere Burmas ein, um ihre Macht im Land auszudehnen. 1824 wurde Judson unter Spionageverdacht eingekerkert, weil wegen des fehlenden Bankensystems seine finanzielle Unterstützung von der “English Baptist Mission” in Kalkutta übermittelt wurde.
Ohne die Beharrlichkeit und Liebe seiner ersten Frau Anne hätte Judson die Folterungen des Gefängnisses wahrscheinlich nicht überlebt. Und ohne ihre Geistesgegenwärtigkeit wäre die gesamte Bibelübersetzung verloren gegangen – doch Anne brachte sie in einem Kopfkissenbezug außer Gefahr.
Trotz der vielen zu ertragenen Entbehrungen erklärte Judson: “Ich werde Burma nicht verlassen, bis das Kreuz Jesu hier für immer eingepflanzt ist!” Weil er sein eigenes Kreuz auf sich nahm, konnte Judson das Evangelium in Myanmar einpflanzen. Später schrieb sein Sohn Edward über ihn:” Leiden und Erfolg gehören zusammen. Wenn jemand Erfolg hat, ohne selbst leiden zu müssen, dann nur, weil andere vor ihm schon gelitten haben. Wenn jemand leidet, ohne den Erfolg zu sehen, dann nur, damit die nach ihm Kommenden erfolgreich sein können.”
Judson überstand Unglaubliches, erlebte den Tod von zwei seiner drei Ehefrauen und fünf Kindern und machte doch weiter. So legte er die Grundlagen, auf denen andere heute aufbauen.